Lass uns über Wasser sprechen. Ja, Wasser!
Als man vor einigen Jahrzehnten noch keine Wassermarken auf den Markt gebracht hatte, wurde das Wasser gekauft, das am günstigsten war.
Irgendwann kam dann Apollinaris auf den Markt, “The Queen of Table Waters”. Damit suggerierte man, seinem Gast oder seinem Kunden etwas Edleres als bloßes “Wasser” anbieten zu können.
Denn “The Quenn of Table Waters” macht doch weit mehr her als normales Wasser.
Dann kamen Volvic, Evia, St. Pellegrino. Alle Wassermarken sind unterschiedlich teuer, haben teilweise sogar höhere Literpreise als Bier. Und wenn wir jetzt alle Wassermarken auf den Inhalt untersuchen, finden wir heraus, es ist nichts weiter drin als … Wasser.
Welches Image, welche Realität hast du für dein Unternehmen, dein Produkt geschaffen?
Sobald du dich in den Köpfen deiner Kunden eingenistet hast, ist es schwer, mit diesem Image dort wieder herauszufallen.
Doch wie sagte einst Albert Einstein “Die Realität ist nur eine Illusion, allerdings eine sehr hartnäckige”. Also: Arbeite an ihr.
Um das zu verdeutlichen: Lass uns über eine Stadt am Wasser sprechen: Hamburg.
Beziehungsweise sprechen wir über ein besonderes Gebäude direkt am Wasser: Die Elbphilharmonie.

Zehn Jahre Bauzeit brauchte die Elbphilharmonie bis zur Eröffnung 2017.
Begleitet von täglichen Negativschlagzeilen: Immer teurer, immer später fertig, hieß die Devise. Über Jahre standen sich die Stadt Hamburg, der Baukonzern und die Architekten unversöhnlich gegenüber.
Dann der Schreck: Eineinhalb Jahre lang herrschte Stillstand auf der berühmten Kulturbaustelle. Ursprünglich sollte die „Elphi“ bereits 2010 eröffnet werden, die Kosten stiegen von 77 auf 789 Millionen Euro.
Jeder würde denken:
Heute ist die Elbphilharmonie der Schandfleck der Stadt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall!
Vor der Eröffnung bekam die bekannte Marketing Agentur “Jung von Matt” den Auftrag, aus der Elbphilharmonie eine Weltmarke zu machen. Über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren und mit einem Budget von 10 Millionen Euro schafften die Kreativen das Unmögliche. In unterschiedlichsten, kleinen Kampagnen verschafften sie der Stadt ein neues Wahrzeichen, drehten die Stimmung der Bürger und bereiteten alles für die große Eröffnung vor.
Als es dann endlich so weit war, sah die ganze Welt zu. Bundespräsident und Kanzlerin waren anwesend, zahlreiche Stars und vor allem: 1000 Ticket-Gewinner eines weltweiten Ausschreibens. Alle waren begeistert.
Heute hat das, liebevoll “Elphie” genannte, Gebäude mehr Besucher als Schloss Neuschwanstein, sämtliche Konzerte sind schon langfristig ausverkauft und in der Welt wird Hamburg dank der Elbphilharmonie wieder als “Place-To-Be” ausgewiesen.
Lass mich zusammenfassen: Egal, ob du am Anfang mit deinem Unternehmen stehst oder dein Produkt schon lange auf dem Markt ist: Alles auf der Welt lässt sich zu einer Marke aufbauen.
Gefragt sind Mut, Kreativität und eine konsequente Umsetzung. Dann kannst du auch mit kleinem Budget das Ziel erreichen, das du dir gesetzt hast.