Outside Society – Wenn das Büro im Wald steht

Karsten Kossatz ist 28 Jahre alt, Unternehmer und Herzblutberliner, wie er selbst sagt. In den letzten Jahren hat er einige Unternehmen rund um das Thema “New Work” gegründet. So z.B. den ORG-Verlag in Berlin. Eine kleine Manufaktur, die in Deutschland handgefertigte Ringbücher/Kalender vertreibt, die jedes Jahr mit individuellen Seiten versehen werden können. Ein aktuelles Projekt von ihm ist “Outside Society.” In diesem exklusiven Interview verrät er uns, was es mit dem Projekt auf sich hat. 

Was ist die Geschichte hinter Outside Society?

Ich beschäftige mich schon lange damit, wo Menschen am kreativsten sind.
In einer eigenen Forschungsarbeit, aber auch bestätigt von anderen Studien kam ich zu dem Ergebnis, dass die Menschen dort am kreativsten sind, wo sie ihre Freizeit verbringen. Das bedeutet: Das Büro ist nicht der Ort, wo man kreativ wird.
Das kennen viele sicher von sich selbst. Unter der Dusche, beim Joggen oder beim Spaziergang, kommen dann plötzlich die genialen Ideen, die wirklich wichtig und relevant sind. 

Mit diesem Gedanken habe ich mich eine ganze Weile getragen: Man müsste etwas entwickeln, damit die Leute da arbeiten können, wo sie ihre Freizeit verbringen. Und so ist die Outside Society entstanden: Ein vollständiger, mobiler Konferenzraum, mitten im Grünen, sei es am Strand, im Wald oder auf der Wiese.

Quelle: Outside Society.

Welche Möglichkeiten bietet Outside-Society?

Die Möglichkeiten sind eigentlich unbegrenzt. Obwohl wir uns mitten in der Natur befinden, haben wir es geschafft trotzdem die ganze Büroinfrastruktur zu erhalten. Wir haben WIFI, und Strom aus regenerativen Energien. Dieser kommt aus den Solarzellen auf dem Dach, die einen eingebauten Akku immer wieder nachladen.
Und wir haben, ganz wichtig, eine Kaffeemaschine vor Ort. Man kann also tatsächlich einfach einen Tag lang einen Tapetenwechsel vollziehen und trotzdem ganz normal weiter arbeiten. Es ist aber noch mehr möglich. So macht es schon etwas her, wenn man seine besten Geschäftspartner einlädt, um seine Firmenstrategie im Grünen zu besprechen.

Ein Grundgedanke ist ja auch die Mobilität. Ist der Standort von einem Kunden flexibel wählbar? 

Grundsätzlich ist der Ort flexibel. Wir planen für diese Jahr, bzw. für den Sommer dieses Jahres allerdings einen festen Ort anzubieten. Das wird hier in Lichterfelde Süd auf einer wunderschönen Weidelandschaft sein. Der Vorteil ist, das dadurch die Logistik-Kosten schrumpfen. In Zukunft können wir uns auch vorstellen, dass es in jeder Stadt drei bis fünf Orte gibt, zwischen denen man dann wählen kann. Das hat einfach Genehmigungsgründe. Für jeden Aufbau sind Genehmigungen einzuholen und das kann auch einmal sehr  langwierig sein. 

Quelle: Outside Society

Du hast dich lange mit dem Thema “New Work” beschäftigt.
Nimmst du ganz allgemein eine Veränderung in der Arbeitswelt war? 

Auf jeden Fall gibt es einen Trend zum Mobil-Working. Während Corona kann man sagen, das 50% aller Büro-Jobs im Home-Office oder Mobil erledigt wurden. Das ist schon eine ganze Menge. Und der Trend geht weiter zum flexiblen Arbeiten. Und jetzt gerade mit Corona ist es ja noch einmal schwieriger irgendwelche Meetings zu veranstalten. Da wird das Thema Outside-Office sehr relevant. Im Outside-Office kann man ganz einfach die Bestimmungen, wie Abstandsregeln und frische Luft, einhalten. 

Wie ist der aktuelle Stand von dem Projekt? 

Wir werden Mitte Juli bis Mitte August in der Lichterfelder Weidelandschaft zu finden sein. Man kann sich bei uns den Tag ganz exklusiv einbuchen oder auch einen Arbeitsplatz für ein Co-Working buchen. 

Du und dein Team haben vor kurzem das Projekt “Helfen.Berlin” gestartet. Worum geht es in dem Projekt? 

Das Projekt “Helfen.Berlin” ist aus der Not heraus entstanden. Wir, als Herzblutberliner, wollten unseren Lieblingsorten, den Restaurants, Cafés, Bars, Theatern und Kinos in der Zeit des Lockdowns helfen, als sie gar keinen Umsatz hatten.
“Helfen.Berlin” ist eine Gutschein-Plattform, auf der Leute während des Lockdowns Gutscheine für ihre Lieblingsorte kaufen konnten, die sie später einlösen können.

Das hat das Ergebnis, dass die Lieblingsorte zu Zeiten des Lockdowns einen gewissen Grundumsatz haben, der bei vielen durchaus auch die Miete und auch einige Mitarbeiter bezahlt hat und dann eben später zu Umsatzeinbußen führt. Aber da haben wir ganz getreu dem Motto, “flatten the curve”, gedacht. Es ist leichter hinzunehmen, über einen gewissen Zeitraum einen niedrigeren Umsatz zu haben, als für unabsehbare Zeit überhaupt keinen Umsatz. Und das Projekt war auch sehr erfolgreich in Berlin. Innerhalb von sechs Wochen hatten wir mehr als 1,4 Millionen Euro an verkauften Gutscheinen. Dieser wurden direkt weitergereicht an die Lieblingsorte. Insgesamt registriert waren 2600 Lieblingsorte in Berlin. 

Karsten, du bist einer, der immer versucht am Puls der Zeit zu bleiben und Probleme zu lösen. Wie schafft man es so eine Einstellung auf das Leben und Arbeiten zu bekommen? 

Ich glaube es geht immer darum, die Wirklichkeit nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Es ist also eigentlich ein ständiger Optimierungswille an der jetzigen Zeit. Es geht immer darum zu schauen, wie ist die Situation jetzt im Moment und was möchte ich besser machen. Und ich wollte einfach schon ewig draußen arbeiten und eine Bürolösung für draußen finden. So bin ich zu Outside Society gekommen.
Während des Lockdowns wollte ich sicherstellen, dass ich danach noch weiter zu meinen Lieblingsorten gehen kann, also habe ich “Helfen.Berlin” initiiert. So gehe ich jedes Projekt an. Ich schaue mir die Realität an und schaue, wo fehlt etwas, also wo fehlt mir persönlich etwas, wo sehe ich eine Marktlücke und daraus entwickle ich dann eine Lösung, die der Gesamtheit hilft und die Zukunft mitgestaltet. 

Vielen Dank für das Interview.

Gründung Outside Society: 2019
Geschäftsführer: Karsten Kossatz
Standort: Berlin
Information und Buchung: outside-society.de
Kontakt: hallo@outside-society.de 

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