Netflix, Prime, MC-Fit – das Geschäft mit den Abonnements boomt. Wie können klassische Handwerker eigentlich von diesem Trend profitieren?
Die aumann:grün AG erlebt seit Jahren wie ihr Konzept der Gartenpflege im Abo aufgeht.
Frau Pastuchek ist zufrieden. Ihre Hecke ist gerade, das Unkraut entfernt und die Rasenkante ist frisch abgestochen. Die Gärtner verlassen gerade in dem Firmenwagen der aumann:grün AG den Hof. Schon jetzt weiß sie genau, wann die Gärtner wiederkommen. Keine Arbeit – und trotzdem kann sie jederzeit einen sauberen Garten genießen.

Gartenpflege im Abo
So wie Frau Pastuchek genießen hunderte Gartenbesitzer in Niedersachsen die Vorzüge der Gartenpflege im Abo. Das Prinzip ist so simpel wie effektiv: Die Abonnenten zahlen einen monatlichen Festpreis und erhalten als Gegenleistung ein Rundumversorgung ihres Gartens. Ein Jahreskalender, der zu Beginn des Gartenjahres geliefert wird, informiert über sämtliche Arbeiten und an welchen Tagen genau sie ausgeführt werden.
Als die Gartenpflege im Abo im Jahr 2016 von Matthias Aumann, dem Geschäftsführer der aumann:grün AG, erfunden wurde, war sie eine Revolution. Bis dato konnte sich niemand vorstellen, dass klassische Handwerksunternehmen überhaupt Abos aufbauen können.
Doch Matthias Aumann bewies den Kritikern, das er mit seiner Idee richtig lag. Gemeinsam mit seinem Team arbeitete er einen Plan aus und setzte ihn in die Tat um. Von Anfang an liebten die Kunden das System. Die größten Schmerzpunkte wurde behoben: Kunden bekommen Sicherheit, ordentliche, sich wiederholende Abläufe und ganz nebenbei einen sauberen Garten. Die Arbeitserleichterung ist da schon fast ein Nebeneffekt.
Auch für den Gärtner lohnt das Geschäft. Eine langfristige Kundenbindung macht es möglich eine ganz persönliche Kundenbeziehung aufzubauen, Up-Sells sind immer wieder möglich und das Büro kann sehr schmal gehalten werden. Er braucht nicht jede Woche Rechnungen zu schreiben, eine am Anfang des ABO’s genügt und schon kann per Bankeinzug jeden Monat das Geld eingezogen werden.
Rekordverdächtiges Modell
Das ABO System brachte die aumann:grün AG, die onhin schon stark am wachsen war, zum Explodieren. Das System kam in das Finale der Taspo-Avarts (Ausschreiben zur innovativsten Dienstleistung Deutschlands), die aumann:grün AG verzeichnete ein Wachstum von 150% jährlich und die Financal Times schrieb, sein Unternehmen sei das 54. schnellstwachsenden Unternehmen Europas.

